Empowerment

Digitale Unterstützung von Teilhabe und Selbstständigkeit

Die Förderung sozialer Teilhabe und einer selbstbestimmten Lebensweise ist insbesondere für Pflegebedürftige von zentraler Bedeutung. Diese bildet den Grundstein für das Erfahren von Beziehungshaftigkeit, zwischenmenschlichem Zusammenhalt, gesellschaftlicher Integrität und Solidarität. Ein langfristiger Pflege- und Betreuungsbedarf limitiert diesbezügliche Chancen. Die Förderung individueller Selbstbestimmung bedarf einer kontinuierlichen Anpassung und interdisziplinärem Akteursengagement. Zugleich müssen die Aspekte sozialer Ungleichheit bedacht werden. Die aktuelle Corona-Pandemie verstärkt bestehende soziale Ungleichheiten und wirkt sich dabei insbesondere auf die Lebens- und Versorgungssituationen in der ambulanten und stationären Langzeitpflege aus.

Digitale Technologien können dem konstruktiv begegnen. So helfen unter anderem telemedizinische Angebote dabei, nicht zwingend notwendige ärztliche Präsenzbesuche zu vermeiden oder ortsungebundene Beratungsangebote zu realisieren. Zugleich ermöglichen moderne digitale Kommunikationsmedien den sozialen Austausch mit nahestehenden Personen, eröffnen Optionen der Vernetzung in verschiedene Sozialräume und tragen durch beispielsweise intelligente Sensorik und sogenannte Smart-Home-Technologien dazu bei, sicher in der eigenen Häuslichkeit verbleiben zu können. Die Potenzialentfaltung digitaler Technologien ist jedoch auch an deren Verfügbarkeit sowie die Möglichkeiten Pflegebedürftiger gekoppelt, diese nach ihren eigenen Wünschen und Bedürfnissen nutzen zu können.

Zahlen & Daten

87 %stehen dem Einsatz moderner Technik in der Pflege aufgeschlossen gegenüber (INQA)

74 %wünschen sich die Förderung von Medien- und Informationskompetenz in allen Altersgruppen (BITKOM 2021)

87 %der Befragten geben an, dass nicht alles digitalisiert werden soll (BITKOM 2021)

Quellen für Zahlen der Statistik: INQA – Digitalisierung in der PflegeBITKOM 2021

„Digitale Unterstützung ist gewünscht.“

Vor allem in Zeiten von Pandemie, Lockdown und sozialer Isolation hat sich die Einstellung gegenüber digitalen Gesundheits- (DIGA) und Pflegeanwendungen (DIPA) enorm verändert. Studien zeigen den steigenden Wunsch nach digitaler Unterstützung: 90% der Befragten wollen nicht mehr auf die Vorzüge der Digitalisierung verzichten. Und mehr als die Hälfte der Befragten wollen stärker am digitalen Leben teilhaben – kennen sich aber zu wenig aus (BITKOM 2021). Teilhabe und digitale Souveränität setzen aber Wissen, Kompetenz und Befähigung voraus. Denn rund ein Viertel der in Deutschland befragten Personen trauen sich oft nicht, Geräte wie Smartphone oder Computer zu benutzen – aus Angst, etwas falsch zu machen (BITKOM 2021). Diese Befürchtungen sind auch bei Menschen mit Pflege- und Unterstützungsbedarf zu beobachten, aber auch bei professionellen Pflegekräften.

hände mit Handy in der Hand. Auf dem Tisch liegen Medikamente und eine Maske